Vorstellen soll ich mich - au weh! Was für eine Vorstellung, mich vorstellen zu müssen. Ich würde das ja lieber zurückstellen, aber andere haben da so gewisse Vorstellung, also: Augen zu und durch.

Geboren wurde ich am 26.12.1953 in Wittislingen, einem Marktflecken im Landkreis Dillingen, der - obwohl vielen unbekannt - doch eine sehr alte Geschichte hat (ältester bekannter Siedlungsraum im allemanischen Bereich) und Geburtstort des hl. Ulrich ist (merkt man den Stolz auf meine Heimat?).

Meine Gymnasialzeit verbrachte ich am Johann-Michael-Sailer-Gymnasium in Dillingen. Rückblickend die für mich entscheidendste Erfahrung war der gute Kontakt zu unserem langjährigen Lehrer für Mathematik und Physik, der letztendlich dafür verantwortlich war, dass ich mein Studium nicht auf das Diplom, sondern auf das Lehramt hin anlegte.

Nach dem bekannten 15-monatigen Intermezzo bei den kleinen grünen Männchen begann ich mit dem Wintersemester 1974/75 mein Studium des Lehramts für Mathematik und Physik an Technischen Universität München. Sehr bald merkte ich, dass meine bisherige Vorliebe für Mathematik sich zu einer Vorliebe für Physik zu wandeln begann; nach einem Schnupperkurs "Einführung in die numerische Mathematik" kam ein noch größeres Interesse an Informatik dazu. Informatik als Lehramtsfach - so was war damals zumindest in Bayern noch nicht einmal angedacht. Aber mich interessierte das Fach einfach, also belegte ich munter die Grundvorlesungen und einige Aufbauvorlesungen, einfach aus privatem Interesse und dem Wissen, dass ich neben meinen "eigentlichen" Fächern noch genug Zeit übrig hatte.

Parallel zum Studium (und auch einige Jahre davor und danach) war ich sehr start in der Jugendarbeit engagiert. Dabei sammelte ich eine Menge politischer Erfahrungen. Unter anderem war ich 2 Jahre stellvertretender Landesvorsitzender der katholischen Landjugendbewegung. Wichtiger aber noch für meinen Beruf waren die vielen Erfahrungen und die praktische Ausbildung im sozialpädagogischen Bereich, die ich als Leiter von Jugendleiterschulungen machen konnte.

Im Herbst 1979 beendete ich mein Studium und begann dann im Frühjahr 1980 mein Referendariat am Peutinger-Gymnasium in Augsburg (zurück in die Heimat). Im Zweigschuleinsatz war ich wieder am Johann-Michael-Sailer-Gymnasium in Dillingen (ganz zurück in der Heimat). Aber - das war´s dann mit Heimat. Im Frühjahr 1982 begann ich meinen Dienst als Studienrat z.A. am Gisela-Gymnasium in München. Meine Vorliebe für Physik brachte mir sehr bald viele Physikklassen und schon 1983 meinen ersten Leistungskurs Physik ein (und damit auch eine ganze Menge Arbeit), aber ebenfalls sehr bald die Fachbetreuung im Fach Physik.

Wo blieb dann die Informatik? Zusammen mit einem anderen engagierten Kollegen gelang es uns, einen Wahlunterricht für Informatik am Gisela-Gymnasium aufzubauen. Angeregt durch den engen Kontakt mit Schulbuchautoren für Mathematik / Physik und das Interesse des Ehrenwirth-Verlags entstanden parallel dazu mehrere Schulbücher für Informatik. Gleichzeitig konnte ich durch den Kontakt zu einigen Freunden aus dem Studium, die eine kleine Softwarefirma aufgebaut hatten, meine praktischen und theoretischen Kenntnisse in Informatik deutlich vertiefen. Unter anderem wurde ich Mitglied der ISO (International Standards Organization) - Arbeitsgruppe für die Standardisierung der Computersprache Modula-2 und der entsprechenden Gremien des DIN-Instituts. Insbesondere bin ich "project editor" des Standards IS 10514-3 "Object Oriented Extensions to Modula-2".

Mit diesen Erfahrungen bewarb ich mich um einen Platz bei dem Pilotprojekt zur nachträglichen Qualifikation im Fach Informatik für Gymnasiallehrer und konnte auf diese Art im Herbst 1997 das Staatsexamen für Informatik nachmachen.

Das Schuljahr 1997/98 war bereits zu Ende, als am ersten Freitag in den Ferien das Telephon läutete. Der Leiter meiner alten Schule rief mich an und sagte, ich solle umgehend wegen eines dringenden Anrufs aus dem Kultusministerium in die Schule kommen. Nichts ahnend fuhr ich zur Schule und erfuhr, dass am Erasmus-Grasser-Gymnasium ein Seminar für Informatik eingerichtet wird und dass ich 15 Minuten Bedenkzeit hätte, ob ich die Stelle des Seminarlehrers haben wolle - ich wollte.

Ja, und da bin ich jetzt auch schon wieder eine ganze Weile. Und da es mich interressiert hat, meine Arbeit und die unserer Informatikschüler auch für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen, sind diese Seiten entstanden.

 

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